Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften

Auf dieser Seite gewinnen Sie einen kurzen Überblick über neurowissenschaftlichen Erkenntnisse auf dessen Grundlage die Methoden und Konzepte eines neurosystemischen Coachings beruhen.

Das Unbewusste beeinflusst unsere Entscheidungen

Lange Zeit wurden Emotionen im beruflichen Kontext nicht gerne gesehen. Geprägt durch die Vorstellungen der Aufklärung wurde unser Denken als eine unabhängige übergeordnete Distanz verstanden.

Aktuelle Forschungsergebnisse (z.B. Roth und Ryba 2019) zeigen ganz klar, dass diese Vorstellung falsch ist und lassen uns besser verstehen wie wir Menschen ticken. Wir Menschen sind immer emotional. Der Großteil der für uns handlungs- und entscheidungsrelevanten Informationen stammt aus dem vorsprachlichen, also dem nicht bewusstseinsfähigen Erfahrungsgedächtnis. Unser Unbewusstes spielt in unserem Verhalten eine zentrale Rolle. Der renommierte Sozialpsychologe John Bargh beschreibt in seinem Buch „Vor dem Denken“ wie das Unbewusste uns steuert. Er entlarvt das Unbewusste als eine Art Autopiloten.

Die uns bewusste kognitiv-sprachliche Ebene der linken Großhirnrinde hat keinen direkten, wirksamen Einfluss auf die Verhaltenssteuerung. Es muss eine Vermittlung über Bilder, Motive und Emotionen stattfinden, die in den drei limbischen Ebenen zu verorten sind. Die Neurowissenschaft zeigt eindeutig: die Ratio folgt der Emotion. Das ist auch der Fall bei Menschen, die sich selbst als rational beschreiben.

Das Denken folgt der Emotion

Vor diesem Hintergrund haben Emotionen in meinen ganzheitlichen Coachings einen ähnlichen Stellenwert wie der Verstand. Unsere Emotionen leisten wertvolle Dienste, denn Sie sind wichtige Hinweise auf Bedürfnisse. Sie geben uns eine wertvolle Möglichkeit mit uns in Kontakt zu kommen und gut für uns zu sorgen. Neben der Möglichkeit der Selbstfürsorge bestimmen unsere Emotionen die Art und Weise wie wir denken, fühlen und handeln. Deshalb bestimmt unsere Fähigkeit unsere Emotionen zu rgegulieren, d.h. eine gute Selbststeuerung zu haben auch, ob wir unsere Ziele erreichen, ob wir erfolgreich Beziehungen gestalten und wie zufrieden wir in unserem Leben sind. Forschungsergebnisse belegen, Emotionsregulation geschieht nicht nur im Kopf. Verhalten, Handlungsabsicht, dazugehörige Gefühlslagen und Denkstile sowie der passende Körperausdruck gehören zu demselben neuronalen Netzwerk, sind also untrennbar miteinander verbunden.

Unser emotionales System arbeitet extrem schnell. Auch bewegen wir mit unseren Emotionen in Millisekunden etwas in anderen, bevor es uns bewusst wird. Insbesondere fördern Emotionen soziale Interaktionen durch Synchronisation der Gehirnaktivität mit anderen Personen. Dabei scheint unsere Fähigkeit, emotionale Zustände bei anderen identifizieren zu können, sehr differenziert zu sein. Forschungsergebnisse zeigen, dass hierbei Charakteristika der Situation, also mehrdimensionale Prozesse, bei unseren Bewertunge berücksichtigt werden.

Das Arbeiten mit und die Berücksichtigung von Emotionen geben uns die Möglickeit schnelle Veränderung in unseren Erlebnissnetzwerken zu bewirken.

 

Unser Körper ist die Bühne unserer Gefühle (Damasio)

Unser Körper und unsere Emotionen bilden eine Einheit. Die Embodimentforschung belegt, dass intelligente Prozesse nicht ohne direkte Beteiligung des Körpers möglich sind. Damasio (2015) spricht von „somatischen Markern“ als verkörperte Gefühle. Das Konzept der „embodied cognition“ ist heute gut belegt. Bereits 2010 konnte in Experimenten nachwiesen werden, dass durch das Einnehmen einer machtvollen Körperhaltung bereits nach einer Minute Effekte auf Cortisol, Testosteron und Risikobereitschaft nachweisbar sind.

 

Wir wissen heute, dass jeglicher Stimulus zunächst eine Resonanz in unserem Körper bewirkt. Erst in nachgeordneter Instanz werden Körperempfindungen zu Wahrnehmungen. Dieses Verständnis über das Zusammenspiel von Körper und Emotionen dient kann uns als funktionales Navigationssystem wertvolle Ressource sein und sich positiv auf zentrale Aspekte von Führungsverhalten auswirken (Striewe & Weibler, 2016).